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HSR

Dank Gesetz mehr Nachfrage nach Energieberatenden?

 

Die Totalrevision des CO2-Gesetzes stellt die Weichen für eine klimaneutrale Industrie. Ein wichtiger Diskussionspunkt dieses Gesetzes ist die Schwelle, ab wann Firmen mit dem Bund sogenannte Zielvereinbarungen abschliessen können, um die CO2-Abgaben zurückzuerhalten. Je tiefer die Hürde für solche Rückerstattungen liegt, desto mehr kompetente Beratende werden benötigt, um diese Absenkpfade zu begleiten und somit sicherzustellen, dass Unternehmen trotz oder gerade wegen der Befreiung der CO2-Abgabe ihre Emissionen senken. Das Institut WERZ der Hochschule Rapperswil vermittelt das Wissen, welches Energieberatende benötigen, um effiziente und effektive Zielvereinbarungen zu erarbeiten.

 

Einsatzmöglichkeiten der Zielvereinbarungen

Jedes Unternehmen kann grundsätzlich eine sogenannte Zielvereinbarung mit dem Bund abschliessen. Darin wird ein Absenkpfad für den Energieverbrauch – und teilweise auch für die CO2-Emissionen – festgelegt. Diese Zielvereinbarungen können für verschiedene Zwecke eingesetzt werden. Dazu gehört z.B. die Erfüllung der kantonalen Grossverbraucherartikel, die Rückerstattung des Netzzuschlages und / oder der CO2-Abgaben (Verminderungsverpflichtung). Die Verwendung der Zielvereinbarung für diese Zwecke unterliegt jedoch bestimmten Bedingungen und Voraussetzungen. Die Bedingungen zur Rückerstattung der CO2-Abgabe ist im CO2-Gesetz geregelt, welches momentan überarbeitet und in der Sommersession 2020 debattiert wird.

 

Diskussion um Schwellenwerte

Im zurzeit geltenden CO2-Gesetz ist geregelt, dass sich Unternehmen von der CO2-Abgabe befreien lassen können, wenn sie zusätzlich zur Zielvereinbarung einer bestimmen Branche zugehören und mindestens 100 t CO2 in den letzten zwei Jahren emittiert haben [1] . Im neuen CO2-Gesetz soll dieses Kriterium zur Befreiung branchenunabhängig gestaltet werden. Alle Unternehmen, welche einen gewissen Mindestbetrag an CO2-Abgaben bezahlen, können voraussichtlich nach dem neuen Gesetz eine Zielvereinbarung zur Rückerstattung der CO2-Abgaben nutzen. Zur Diskussion stehen sowohl Schwellenwerte von CHF 15000 und CHF 10000 als auch die komplette Abschaffung eines Schwellenwertes [2].

 

Mögliche Zunahme an Abgabebefreiungen

Aufgrund des jetzigen Gesetzes nutzen rund 1200 Unternehmen die Zielvereinbarung zur CO2-Abgabebefreiung. Je nach Auslegung des Schwellenwertes und den ergänzenden Verordnungen des neuen Gesetzes, könnte diese Anzahl auf bis zu 35000 Unternehmen steigen [3]. Diese Zunahme an Abgabebefreiungen führt höchst wahrscheinlich zur steigenden Nachfrage nach kompetenten Energieberatinnen und -berater, welche Zielvereinbarungen erarbeiten und die Reduktionsmassnahmen in Unternehmen implementieren können.

 

Ausbildung am Institut WERZ der HSR

Das Institut WERZ der Hochschule Rapperswil hat sich auf die Steigerung der Energieeffizienz und die Reduktion von CO2 in Betrieben spezialisiert und bildet angehende Energieberaterinnen und -berater aus. Im CAS-Lehrgang Energieberatung in Betrieben, welcher auch modular besucht werden kann, erwerben die Teilnehmenden das Rüstzeug, um Firmen erfolgreich auf die wechselnden Rahmenbedingungen bezüglich CO2-Gesetz vorzubereiten und die damit verbundenen technologischen Massnahmen zu implementieren. Die achte Durchführung dieser 15 ECTS Weiterbildung startet im September 2020. Weitere Informationen zum CAS Energieberatung in Betrieben finden Sie hier.

 

 

Autor:
Michael Hegglin
Institut WERZ, HSR Hochschule für Technik Rapperswil

 


 

 [1] Bundesgesetz über die Reduktion der CO2-Emissionen (CO2-Gesetz)

vom 23. Dezember 2011

 [2] Parlament, 17.071 n, Totalrevision des CO2-Gesetzes nach 2020

 [3] Rütter Soceco, 2017, Schätzung der Anzahl abgabebefreiter Unternehmen bei Freigabe der Berechtigung zur Befreiung von der CO2-Abg