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Entsorgung = Ende?! - Entwicklung, Forschung und Weiterbildung in der Recyclingbranche

Die Recycling-Branche hat sich in den letzten 25 Jahren stark entwickelt. Laut dem Leistungsbericht von Swiss Recycling 2017 [1] wurden folgende Leistungen erreicht:

  • Die Recycling-Quote wurde auf über 50 % angehoben.
  • Der Umweltnutzen durch Recycling hat sich zwischen 1992 bis 2017 um den Faktor 3,3 erhöht.
  • Die Pro-Kopfmenge der Separatsammlung hat von 190 kg auf 390 kg zugenommen.

 

Die Schweiz hat es geschafft, im Hinblick auf das Ende des Lebenszyklus von Produkten ein sehr effizientes System zu schaffen. Das verbleibende Potential am Lebensende der Produkte soll aber in Zukunft sowohl auf der thermischen wie auch auf der stofflichen Seite besser ausgeschöpft werden. Die Wirkungsgrade der Kehrichtverbrennungsanlagen müssen weiter steigen und die Qualität des Rezyklats verbessert werden.

Die Betrachtung vom Ende des Lebenszyklus ist wichtig, vernachlässigt jedoch wichtige Ansätze in der Produktions- und Nutzungsphase. Klare Zukunftsziele sind deshalb die bessere Schliessung der Kreisläufe, die Vermeidung von Schadstoffen und der Einsatz langlebiger Materialien. Diese Ziele werden durch den ganzheitlichen Ansatz erreicht: Die Rückkopplung vom Ende des Produktlebenszyklus hin zur Entwicklung neuer Produkte, inklusive des Einsatzes von Sekundär-Rohstoffen, muss gewährleistet sein. [1]

Abbildung 1: Recycling als Wirtschaftsfaktor [1]

 

Der Beitrag der HSR: angewandte Forschung und praxisbezogene Weiterbildung

Die Schweizer Recyclingbranche hat viele Erfolge vorzuweisen. Trotzdem gilt: Wer rastet der rostet. Die technische Hochschule Rapperswil verfügt über 4 Institute, welche im Fachbereich Energie- und Umwelttechnik beheimatet sind. Die Institute leisten neben der angewandten Forschung ihren Beitrag im Rahmen praxisbezogener Weiterbildungsangebote.

Seit 2012 bietet die HSR den CAS Recycling und Entsorgung an. Rund 60 Personen haben inzwischen den Zertifikatslehrgang besucht und sich direkt anwendbares Knowhow für ihr tägliches Berufsleben angeeignet.

Genauso schnell wie die Recyclingbranche entwickelt sich auch der CAS Recycling und Entsorgung. Für die Durchführung von September 2020 bis März 2021 wird das Thema Kreislaufwirtschaft stärker berücksichtigt werden. Die Integration neuer Themenschwerpunkte wird auch oft von den Studierenden selbst angestossen. So wurde auf Anregung der Teilnehmenden in der letzten Durchführung des CAS Recycling und Entsorgung mehr Raum für das Thema Softwarelösungen in Recyclingbetrieben geschaffen. Der laufende Dialog zwischen den Studierenden, den Dozierenden und der Kursleitung ist ein wichtiger Faktor um die Lehrinhalte des CAS Recycling und Entsorgung immer aktuell und zukunftsorientiert zu halten.

 

Wirtschaftlich wertvolle Projektarbeiten

Auch Altbewährtes darf im CAS nicht fehlen: So sind die eng durch Dozierende betreuten Projektarbeiten nicht mehr aus dem CAS wegzudenken. Ein gutes Beispiel für eine solche Arbeit mit hohem Praxisbezug ist die Projektarbeit von Fabian Mombelli. Mit der Wirtschaftlichkeitsanalyse der Sortieranlage für Bausperrgut der REWAG konnte er ein beachtliches Optimierungspotenzial identifizieren, was letztendlich zu einer deutlichen Kostensenkung geführt hat. Ein Portrait dieser Projektarbeit ist hier im Detail nachzulesen.

Abbildung 2: Testimonial zum CAS Recycling und Entsorgung [2]

 

Weiterbildungen vom Sammelstellenmitarbeiter bis zur Kaderperson

Mit dem CAS Recycling und Entsorgung werden die Weiterbildungsbedürfnisse von Kaderpersonen abgedeckt. Um das Bildungsangebot auf sämtliche Mitarbeitenden der Recyclingbranche zu erweitern, hat das Institut WERZ zusammen mit der Swiss Recycling und weiteren Partnern erstmals 2016 das Weiterbildungsprogramm abfallkurse.ch lanciert. Dieses setzt sich aus einem 12-tägigen Diplomkurs für Sammelstellenleiter, 2 Fachkursen für den Mitarbeiter in der Recyclingbranche und einem Grundlagenkurs, wessen Zielgruppe Gemeindeangestellte waren, zusammen. Das gesamte Weiterbildungsprogramm lief sehr erfolgreich an, so dass die Kursangebote inzwischen schweizweit auch in französischer und italienischer Sprache angeboten werden. Alle Kursformate werden jährlich angeboten und zeigen stetig gute Teilnehmerzahlen.

Abbildung 3: Anzahl ausgebildete Personen über alle Sprachregionen 2016 – 2019 [2]

 

Informationen zum Kursangebot finden Sie auf www.abfallkurse.ch

 


[1] Quelle: Swiss Recycling, Leistungsbericht 2017

[2] Quelle: Institut WERZ

 

 

Autorin:
Claudia Heidemann
Institut WERZ, HSR Hochschule für Technik Rapperswil