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HSR

Optimierung des Energieverbrauchs: gut für die Umwelt und die Finanzen

Michael Hegglin

Kursleiter CAS Energieberatung in Betrieben, HSR Institut WERZ

 

Das Potenzial zur Einsparung von Energie in Unternehmen ist noch immer gross und wird in der Schweiz auf ca. 30% geschätzt. Jedoch wissen viele Betriebe dieses Potenzial nicht zu nutzen, wie eine Schweizer Studie zeigt [3]. Um diese Lücke zu schliessen, bildet das Institut WERZ der HSR Hochschule für Technik Rapperswil seit rund zehn Jahren Expertinnen und Experten in diesem Bereich aus.

Abbildung 1: Durch Weiterbildungen am Institut WERZ der HSR können Teilnehmende die Energieeffizienz ihres Betriebs erhöhen (Bild: Pexels)


Im Herbst 2017 wurde das revidierte Energiegesetz von der Schweizer Stimmbevölkerung angenommen. Die Energiestrategie 2050 hat zum Ziel, den Energieverbrauch der Schweiz bis zum Jahr 2035 um 43% zu senken [1]. Da Schweizer Unternehmen rund einen Drittel der Endenergie verbrauchen, spielen sie eine zentrale Rolle in der Erreichung dieses Ziels [2].


Unternehmen unterschätzen oft ihr Potenzial, den eigenen Energieverbrauch zu reduzieren. Dies besagt eine Umfrage unter Schweizer Produktionsunternehmen [3]. Um diese Wissenslücke zu füllen, braucht es interne oder externe Fachspezialisten, welche Mitarbeitende und Führungskräfte sowohl über die Thematik informieren als auch energieintensive Prozesse erkennen und optimieren können. Entsprechende Experten sind auf dem Arbeitsmarkt jedoch schwierig zu finden. Genau diesen Umstand versucht das Institut WERZ der HSR mit dem CAS-Lehrgang Energieberatung in Betrieben zu ändern.


In dieser Weiterbildung erlernen erfahrene Berufsleute sowohl die technischen Aspekte der Energieberatung als auch die wirtschaftlichen und kommunikativen Fähigkeiten, die in diesem Berufsfeld benötigt werden. Mit diesem Rüstzeug sind die Absolventinnen und Absolventen in der Lage, die Umsetzung der Energiestrategie 2050 voranzutreiben und damit nicht nur Energie, sondern auch erhebliche Kosten für ihre Unternehmen einzusparen.


Ein Beispiel für ein solches Optimierungsprojekt hat der Lehrgangsabsolvent Emanuele Esposito in seiner Projektarbeit durchgeführt. Er konnte aufzeigen, dass ein KMU durch eine verbesserte Steuerung der Beleuchtung jährlich rund CHF 65'000 einsparen kann. Dies sind 20% der Betriebskosten des Unternehmens.


Der Betrieb, welchen er dabei untersuchte, ist eine Kehrichtverbrennungsanlage (KVA). Da diese Anlage bereits effiziente LED-Leuchten installiert hatte, galt das Hauptaugenmerk von Emanuele Esposito dem sogenannten "Betrieb ohne Nutzen". Im konkreten Fall der KVA bedeutet das, dass die Beleuchtung grösstenteils rund um die Uhr eingeschaltet war. In seiner Arbeit untersuchte Herr Esposito, inwiefern sich diese Betriebszeiten reduzieren lassen, ohne dabei Abstriche bezüglich Sicherheit und Komfort in Kauf nehmen zu müssen. "Ich konnte aufzeigen, dass das Unternehmen ausschliesslich durch die Optimierung der Beleuchtungszeiten enorme Kosten einsparen kann. Dabei haben die Nutzer keinerlei Einschränkungen bezüglich Komfort und Sicherheit hinzunehmen", sagt Herr Esposito. Diese Optimierung der Betriebszeiten würde pro Jahr eine Kostenreduktion von rund CHF 65'000 ermöglichen. "Die Verringerung des Energieverbrauches und die damit verbundene Reduktion der Umweltbelastung ist für das Unternehmen sozusagen ein positiver Nebeneffekt", erklärt Herr Esposito. Um die Einsparungen zu realisieren, sind Investitionen in der Höhe von CHF 165'000 notwendig, welche in rund zweieinhalb Jahren amortisiert sind.


"Das vermittelte Wissen im CAS Energieberatung in Betrieben geht jedoch weit über die Beleuchtung hinaus", ergänzt der HSR Institutsleiter Prof. Christian Wirz-Töndury. "Der effiziente Einsatz von Wärme, Kälte, Motoren und hydraulischen Anlagen sind weitere Elemente, welche die Teilnehmenden in diesem praxisorientierten CAS-Lehrgang erlernen. Dieses technische Wissen wird abgerundet durch Know-how in den Bereichen Betriebswirtschaft, Recht und Kommunikation, welche alle essentiell sind in der Umsetzung von Effizienzmassnahmen."


Abbildung 2: Wärme, Kälte und hydraulische Anlagen sind neben der Beleuchtung wichtige Themen des CAS Energieberatung in Betrieben (Bild: Unsplash)


Im September 2019 beginnt eine weitere Durchführung dieses CAS-Lehrgangs, welcher sich aus 20 Schulungstagen zusammensetzt und 15 ECTS-Punkte bringt. Für Personen mit einem kleineren Zeitbudget besteht zudem die Möglichkeit, einzelne Module des Lehrgangs zu besuchen.


Möchten Sie sich ebenfalls zum betrieblichen Energieberater / zur betrieblichen Energieberaterin weiterbilden? Das Institut WERZ der HSR Hochschule für Technik Rapperswil freut sich auf Ihre Kontaktaufnahme. Weitere Informationen finden Sie hier.




[1] UVEK, Faktenblatt "Energie sparen und Energieeffizienz erhöhen"

[2] Bundesamt für Energie, Gesamtenergiestatistik 2017

[3] Waser & Hanisch, Energieeffizienz bei Schweizer Produktions-Unternehmen – Potenziale und Verbreitung entsprechender Techniken

Kursbeginn September 2019 - April 2020

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